Marokko: Interview mit Yvonne von somewhereelse

Beim Stöbern im Netz nach neuen Urlaubszielen und Reisetipps, bin ich auf den Blog somewhere else gestoßen – da fand ich viele tolle Bilder und spannende Reiseberichte und war absolut begeistert. Yvonne reist super gerne durch die Welt und zeigt auf ihrem Blog unterschiedlichste Reiseziele. Auch in Marokko war sie schon oft unterwegs. Heute besucht sie mich auf meinem Blog und beantwortet ein paar Fragen.


Hallo liebe Yvonne! Schön, dass ich dich auf meinem Blog begrüßen darf! Bevor es richtig los geht: Stell dich meinen Lesern und Leserinnen doch kurz vor!

Hallo liebe Katie, vielen Dank für die nette Begrüßung! Ich bin Yvonne, Designerin und leidenschaftliche Reisende. Auf meinem Blog SOMEWHERE ELSE http://somewhereelse.de/ schreibe ich über Reisen ans Meer und leckeres Essen rund um die Welt. Geschichten mit Erlebnissen und Abenteuern in der Natur gehören auch dazu.

Du hast schon viele Länder dieser Welt bereist! Gibt es ein Land, das dich am Meisten begeistert und inspiriert hat? Und warum gerade dieses Land?

Das gibt es tatsächlich. Ich liebe die Philippinen ganz besonders. Grundsätzlich finde ich Südostasien toll und die Philippinen haben es mir besonders angetan. Die herzlichen Menschen, das wundervolle Inselparadies, die fantastische Unterwasserwelt und der ein oder andere leckere Kochtopf, die ich entdeckt habe, haben mich sehr beeindruckt.




Auch in Marokko warst du schon unterwegs! Was hat dir dort am Meisten gefallen? Gab es dort auch etwas, was dich persönlich zum Nachdenken gebracht hat?

Marokko ist eine ganz andere Welt, aber auch dieses Land habe ich als sehr schön in Erinnerung behalten. Das Licht, die Farben, die Düfte von Gewürzen, das Meer, der Geschmack des Essens, die Sonnenuntergänge in Taghazout haben mich hier beeindruckt.
Nachdenklich hat mich nach ein paar Tagen die Tatsache gemacht, dass im öffentlichen Leben kaum Frauen eine Rolle zu spielen scheinen. Sie begegneten mir nur selten in den Straßen, verkaufen nicht in den kleinen Läden oder auf dem Markt, arbeiten nicht in den marokkanischen Restaurants. Einzig in unserer Unterkunft, in einer Wäscherei und in ein, zwei westlich orientierten Restaurants hatte ich mal Begegnungen mit einheimischen Frauen. Das fand ich sehr schade. 
Zwei andere Themen, die mich immer wieder zum Nachdenken bringen, sind Straßenhunde und Müll. Wobei es den Hunden zumindest in Taghazout recht gut zu gehen schien. Aber ein Müllproblem gibt es in Marokko definitiv.

Welche Tipps würdest du meinen Lesern/ Leserinnen für eine Reise nach Marokko geben wollen?

Wie für jede andere Reise auch, nimm dir Zeit und reise lieber an weniger Orte, lerne diese dafür besser kennen und lasse dich treiben. Probiere so viel wie möglich von der einheimischen Küche. Der Geschmack wird dir noch lange in Erinnerung bleiben. Gehe auf Märkte, wo das richtige Leben stattfindet. Versuche in den Kontakt mit Einheimischen zu kommen, sie kennenzulernen, mehr über ihr Land zu erfahren.
Ich fand bei meiner Reise die Kombination aus im kleinen Fischerdorf Taghazout http://somewhereelse.de/taghazout-surfen-gluecklich-sein/ am Meer zu wohnen und zu surfen und einen Ausflug nach Marrakesch mit einer Nacht in einem wunderschönen Riad, durch das Atlasgebirge, mit kurzem Abstecher in die Wüste toll http://somewhereelse.de/marokko-trip-gassen-marrakesch-ruecken-kamel/. Ich bin ein großer Meerliebhaber und trotzdem habe ich so noch einen Eindruck von einer großen, marokkanischen Stadt bekommen. Wobei ich den Trip in die Wüste mit nur einer Übernachtung zu kurz fand. Das solltest du unbedingt länger machen.



Auf deinem Blog geht es auch um die kulinarischen Seiten beim Entdecken der Welt. Was können uns landestypische Gerichte über das Land und die Menschen die dort leben verraten?

Für mich ist Essen ein wichtiger kultureller Bestandteil eines jeden Landes. Ein Marktbesuch gibt einen ersten Eindruck, was gerade Saison hat oder welche Gewürze typisch sind für die Küche. Wenn es die Gelegenheit ergibt, versuche ich beim Kochen zuzusehen oder typische Rezepte von Einheimischen zu erhalten. Ich studiere gerne Speisekarten, interessiere mich für die Vielfalt, vergleiche Gerichte. Manchmal esse ich das ein und das selbe Gericht in verschiedenen Restaurants, um so Unterschiede, Feinheiten zu entdecken. Dabei esse ich ebenso gerne in der Garküche an der Straße wie im einfachen Lokal oder im Restaurant mit gehobener Küche. Überall kann es unglaublich toll oder einfach schlecht sein. Auch die Art und Weise wie in einem Land Gerichte serviert und auf dem Teller arrangiert werden, finde ich sehr spannend.
Was die landestypische Küche über die Menschen eines Landes aussagt, ist nicht einfach zu beschreiben. Die Menschen sind überall doch zu unterschiedlich. Auf jeden Fall sind Menschen, die kochen, Obst und Gemüse auf dem Markt verkaufen, eine Garküche oder ein Restaurant betreiben, sehr spannend und ein Gespräch kann viel über die landestypische Küche und die Vorlieben der Menschen verraten.

Welche drei Gerichte würdest du zu deinen Lieblingsgerichten (weltweit) zählen?

Ich liebe vietnamesische Sommerrollen, japanisches Sushi und thailändischen Papayasalat. Das war jetzt sehr spontan und mir würde noch so viel mehr einfallen. Ich habe ja nicht mal ein Dessert genannt. Aber lassen wir es bei den dreien.



Auch die marokkanische Küche hat einiges zu bieten – welche Gerichte haben dir dort besonders gut geschmeckt?

Die Gemüse-Tagine war immer wieder lecker, schmeckt sie doch aus fast jeder Küche anders. Ich mag sehr einfache Gerichte, die dann doch einen sehr fein abgestimmten Geschmack haben. Sehr lecker finde ich auch Zaalouk, eine als Salat bzw. Dip servierte Speise aus gerösteten Auberginen und Tomaten.
Und ich liebe den Avocado-Bananen-Dattel-Smoothie! Der ist so lecker! 
Rezepte dazu gibt es hier: http://somewhereelse.de/marokkanische-gerichte-leckerbissen/




Würdest du nochmal nach Marokko reisen und wenn ja, wo würde es genau hingehen?

Auf jeden Fall! Marokko ist ein tolles Überwinterungsziel. Ich würde sofort wieder nach Taghazout gehen, gerne auch mal in eines der Nachbardörfer wie z.B. Tamraght an der Atlantikküste. Marrakesch fand ich toll und Fès ist bestimmt auch einen Besuch wert, aber ich bin einfach nicht so der Städtefan, zumindest reicht es mir nach ein paar Tagen und dann zieht es mich wieder ans Meer.

Wo geht die Reise für dich als nächstes hin?

Zur Zeit bin ich in Thailand und danach geht es als nächstes nach Ägypten.



Liebe Yvonne, ich danke dir sehr für das tolle Interview und deine ausführlichen Antworten. Ich für meinen Teil bin jetzt ziemlich neugierig und hätte große Lust, mal Südostasien zu bereisen. Bisher bin ich bei meinen Reisen wegen meiner Flugangst noch nicht weiter als Europa gekommen. Aber man soll ja niemals nie sagen - dein Blog ist auf jeden Fall eine große Inspirationsquelle!

Alle Bilder in diesem Beitrag wurden von Yvonne fotografiert und stammen von ihrem Blog somewhereelse.

Liebste Grüße
Eure Katie

Marokko: Interview mit Meike von Levje

Viele tolle Menschen reisen regelmäßig sehr gerne nach Marokko. Die liebe Meike gehört auch dazu und ich bin sehr glücklich, sie heute auf meinem Blog begrüßen zu dürfen. 
Auf ihrem Blog Levje präsentiert sie ihre Nähkünste, erzählt von ihrer Yoga-Leidenschaft und ihren Reisen nach Marokko. Hier, hier oder auch hier kannst du dir ihre Reiseabenteuer anschauen. 
Jetzt soll euch Meike aber lieber selbst mal was erzählen!
 

Hallo liebe Levje! Schön, dass ich dich auf meinem Blog begrüßen darf! Bevor es richtig losgeht, stell dich meinen Lesern und Leserinnen doch bitte kurz vor.


Hallo liebe Katie! Vielen Dank, dass ich hier etwas über unsere Reiseerfahrungen in Marokko berichten darf.
Im wahren Leben heiße ich natürlich nicht Levje, sondern Meike. Ich lebe mit meinem Mann im schönen Koblenz.
Beruflich habe ich den ganzen Tag mit Zahlen zu tun. Um nach getaner Arbeit den Kopf frei zu bekommen, praktiziere ich Yoga oder sitze hinter meiner Nähemaschine und nähe für andere Yoginis schönes, buntes Yogazubehör.

Wir haben uns im Juni über unsere Urlaubsbilder bei instagram kennengelernt. Du bist ebenfalls ein begeisterter Marokko-Fan! Was verbindet dich mit Marokko und warum führt dich dein Urlaub immer wieder dorthin zurück?


2011 waren wir das erste Mal in Marokko und haben uns sofort in die Vielfalt dieses Landes verliebt.
Marokko hat unwahrscheinlich viel zu bieten, von wunderschönen Stränden bis hin zum beeindruckenden Atlas-Gebirge.
 Jede Region ist anders und das macht den Reiz des Landes aus. Die Marokkaner sind alle sehr genügsam und zufrieden mit dem was sie haben und strahlen eine innere Ruhe aus, die sich direkt auf mich überträgt.
Da wir mittlerweile in Al Hoceima, eine Stadt im Norden, schon einen größeren Freundeskreis haben, fliegen wir meist einmal im Jahr zu Besuch dorthin und reisen von Al Hoceima aus weiter durchs Land.


Durch deine Reise hast du schon viel von Marokko gesehen. Welche Gegenden würdest du meinen LeserInnen als deine persönlichen Geheimtips empfehlen und warum?


Ein Highlight war für uns Marrakesch. Die Atmosphäre auf dem Djemaa el-Fna muss man einfach erleben und die vielen unterschiedlichen Gerüche eingeatmet haben. Die vielen bunten Sachen in der Medina und das leckere Essen sind unbezahlbar. Wer es gerne etwas kleiner und ruhiger mag, dem würden wir die blaue Stadt Chefchaouen empfehlen. Auf meinem Blog habe ich hier darüber berichtet.


Die marokkanische Küche bietet einiges an kulinarischen Köstlichkeiten. Was sind deine persönlichen Lieblingsgeriche?


Zu unseren Lieblingsgerichten gehören ganz klar alle Tajine-Gerichte. Lamm-Tajine mit Pflaumen und Rosinen ist immer das allererste was ich in Marokko esse. Mein Mann fängt lieber mit frischen Sardinen an. Toll und sehr lecker ist das Essen an den kleinen Ständen, an welchen ihr Sandwiches oder ein halbes Baguette, gefüllt mit Ei, Zwieblen und Fleisch vom Spieß, kaufen könnt. Schaut immer, wo die Einheimischen essen und ihr könnt eigentlich nichts falsch machen. Sehr zu empfehlen sind auch die ganzen Leckereien die ihr in den Bäckereien kaufen könnt. Aber Vorsicht, diese sind nicht immer süß gefüllt, sondern auch mal mit Fisch, Huhn oder Kefta.


Was war bisher das spannenste Erlebnis während deiner Reisen nach Marokko?


Das spannenste Erlebnis hatten wir 2014. Mein Mann und zwei Freunde von uns haben eine viertägige Tour in die Wüste gebucht. Zu der Zeit war gerade Aid el Kebir (Opferfest) in Marokko. Unser Fahrer Ali hat uns gefragt, ob wir Lust hätten mal zu sehen, wie dieses Fest traditionell gefeiert wird.

Ehe ich mich versah, saß ich in einem Raum voller Kinder und allen weiblichen Verwandten seiner Familie. Ich wurde direkt königlich mit Tee, frischem Saft, selbstgebackenen Plätzchen und frischem Obst versorgt. Meinem Mann und unseren Freunden ging es bei den Herren der Familie ähnlich. Ihr Glück war, dass unser Guide als Übersetzer fungierte, während ich mich mit Händen und Füßen verständigen musste.

Nach diesem Zwischenstopp sind wir weiter Richtung Wüste gefahren, um dort auf Kamele umzusteigen. Wir haben einen wunderschönen Abend und eine spannende Nacht in einem Beduinenzelt in der Wüste verbracht. Diese unbeschreibliche Stille, der klare Nachthimmel mit den unzähligen Sternen und der Sonnenaufgang sind einfach unbeschreiblich schön gewesen. Diese Tour kann ich jedem nur wärmstens ans Herz legen.


Hast du dich auch schon mal selbst an der marokkanischen Küche probiert? Welche Ratschläge würdest du jemandem geben, für den die marokkanischen Speisen absolut neu sind?


Wir haben uns aus dem ersten Urlaub zwei kleine Tajine, Olivenöl, Arganöl und jede Menge tolle Gewürze mit nach Hause gebracht. Bei uns gibt es öfter Tajine. Das Befüllen geht ganz schnell und man kann alles an Gemüse rein schneiden was man gerade da hat.
Wer gerne die marokkanische Küche ausprobieren möchte, dem würde ich ein Tajine-Gericht empfehlen. Seit mutig, besorgt euch typisch marokkanische Gewürze wie Ras-el-Hanout und Kreuzkümmel  und probiert Koriander aus. Versucht je nach Fleischsorte die ihr bevorzugt, auch die Kombination mit Obst aus. Couscous ist auch sehr typisch für Marokko. Er kann mit Gemüse gegessen, als Füllung für das Hähnchen benutzt oder auch süß angerichtet werden, z.B. mit Zimt und Pistazien.




Was würdest du sagen, macht das besondere in der marokkanischen Küche aus und was können wir in Deutschland vielleicht von der marokkanischen Art zu kochen lernen?


Mir gefällt besonders gut, dass die ganze Familie am Tisch sitzt und aus einer Tajine isst. Man geniesst das gute Essen und das beisammen sitzen. Von meiner marokkanischen Freundin habe ich gelernt, dass gar nicht so viel Aufwand nötig ist, es sind die einfachen Gerichte, die besonders lecker sind.
Es sind eher die unzähligen Variationen, z.B. die fruchtig-herzhafte Kombination wie Lamm mit Quitten/ Pflaumen oder Hähnchen mit Aprikosen, welche die Gerichte so besonders machen.


Liebe Meike, vielen herzlichen Dank für das tolle Interview! Es hat großen Spaß gemacht und auch ich habe viele neue Dinge erfahren und gelernt! Jetzt habe ich besonders große Lust, mal wieder einen leckeren Tajine zu kochen :). Wenn ihr jetzt auch mal ein Tajine-Gericht ausprobieren möchtet, hier habe ich ein tolles Rezept für euch!

Liebste Grüße 
Eure Katie